Eichenprozessionsspinner ist in Melle flächendeckend angekommen

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Eichenprozessionsspinner ist in Melle flächendeckend angekommen

Fünf fünf Standorte im Grönenbergpark von Raupen befreit – Professionelle Baumpfleger im Einsatz

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) hat die Stadt Melle flächendeckend erfasst. Waren es im vergangenen Jahr insgesamt 28 gemeldete und bestätigte Nachweise, die dem städtischen Umweltbüro mitgeteilt worden waren, so sind es in diesem Jahr bereits 44 – Tendenz weiter steigend. Denn die Dunkelziffer – sprich der EPS-Befall, der dem Umweltbüro bislang noch nicht bekannt ist – dürfte nach Einschätzung von Fachleuten deutlich höher liegen. Hinzu kommt die Zahl der Befälle an Kreis- und Landesstraßen, die von den jeweiligen Straßenbaulastträgern registriert werden.

Alle Hände voll zu tun haben in diesen Tagen Baumpfleger, um die Raupen des Eichenprozessionsspinners zu beseitigen.Alle Hände voll zu tun haben in diesen Tagen Baumpfleger, um die Raupen des Eichenprozessionsspinners zu beseitigen.© Stadt MelleAuch der Grönenbergpark in Melle-Mitte blieb von der EPS-Welle nicht verschont. Dort waren in der Nähe des Ententeiches fünf Eichen von Raupen befallen. Das Umweltbüro beauftragte nach dem Bekanntwerden der Fälle unverzüglich einen fachkundigen Baumpfleger, die Nester zu entfernen und die übrigen Eichen auf einen Befall hin zu überprüfen. Um die Bevölkerung auf die Raupen hinzuweisen, stellte der Baubetriebsdienst im Park entsprechende Warnschilder auf.

Kurz darauf rückte ein Baumpfleger-Team an, um die Raupen zu entfernen. Darüber hinaus nahm ein Fachmann eine Überprüfung der im Grönenbergpark stehenden Eichen vor. Dabei stellte sich heraus, dass keine weiteren Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen waren.

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart, die eine gesundheitliche Bedeutung für den Menschen hat: Die Brennhaare der Raupen, die im dritten Larvenstadium gebildet werden, sind brüchig, innen hohl und enthalten das Nesselgift  Thaumetopoein. Dies ist ein Eiweißgift, welches heftige körperliche Reaktionen auslöst. Dazu zählen Hautirritationen (starker Juckreiz, Pusteln und Quaddeln) sowie Atembeschwerden und  Augenreizungen. Die Brennhaare können noch nach Jahren die gleiche gesundheitsschädigende Wirkung besitzen. Mit jedem neuen Kontakt wächst die Empfindlichkeit, und die Reaktionsintensität steigt mit der Anzahl der Einzelkontakte stetig an. Übrigens: Auch Wild- und Haustiere reagieren empfindlich auf die Brennhaare. Gelangen diese auf das Fell, können sie sogar auf den Menschen übertragen werden.

In Melle werden Nester des EPS auf öffentlichem Grund durch ein Fachunternehmen entfernt. Dabei werden die Nester abgesaugt und anschließend einer fachgerechten Entsorgung zugeführt. Die Stadt Melle rät die Bevölkerung aus aktuellem Anlass dringend davon ab, solche Arbeiten selbst auszuführen. Der Grund: Ein Mann hatte vor einigen Tagen  ein EPS-Nest an einem städtischen Baum durch Abflammen beseitigen wollen und dabei Hautirritationen durch die Brennhaare der Raupen erlitten.

Bürgerinnen und Bürger, die einen Befall feststellen, werden gebeten, diesen umgehend Klaus Lichy vom städtischen Umweltbüro, Telefonnummer 05422/965-374, E-Mail k.lichy@stadt-melle.de, unter Nennung des Standortes zu melden.

Angesichts der aktuellen Lage empfiehlt die Stadt Melle der Bevölkerung Folgendes:

  • Achten Sie auf die Beschilderung „Warnung vor dem Eichenprozessionsspinner“ und meiden Sie diese Bereiche.
  • Raupen und Nester niemals berühren.
  • Auch unterhalb der befallenen Bäume können am Boden liegende Brennhaare noch jahrelang gesundheitliche Probleme auslösen.
  • Auf Holzfällungs- und Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind..
  • Windverhältnisse beachten.
  • Wer mit den Härchen in Kontakt kommt, sollte zum Arzt gehen und ihm mitteilen, dass wahrscheinlich Kontakt mit den Haaren des Eichenprozessionsspinners bestand.
  • Bei schweren allergischen Reaktionen mit Asthma und Atemnot sofort den Rettungsdienst rufen.
  • Nicht über Kleidung, Schuhe, Kinderwagen etc. Brennhaare in die Wohnung tragen.
  • Kontaminierte Kleidung schnell wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.
  • Duschen und Haare waschen. Kaltes Wasser lindert Juckreiz.
  • Augen mit viel Wasser spülen.

Mit solchen Schildern warnt die Stadt Melle auch im Grönenbergpark in Melle-Mitte vor dem Eichenprozessionsspinner.Mit solchen Schildern warnte die Stadt Melle im Grönenbergpark in Melle-Mitte vor dem Eichenprozessionsspinner.© Stadt Melle

Meldung vom 24.06.2020Letzte Aktualisierung: 25.06.2020