Mit Abstand eine gelungene Bürgerversammlung veranstaltet

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Mit Abstand eine gelungene Bürgerversammlung veranstaltet

Burstie in Gesmold im Zeichen der Corona-Krise – Rund 60 Einwohner waren mit von der Partie

Mit Abstand lässt sich in Zeiten der Corona-Krise einiges auf den Weg bringen – sogar die Burstie in Gesmold. Zwar konnte die traditionsreiche Bürgerversammlung in diesem Jahr infolge der pandemiebedingten Abstands- und Hygienevorgaben nicht unmittelbar unter dem ausladenden Blätterdach der Femlinde stattfinden. Gleichwohl bot der angrenzende Femlindeplatz rund 60 interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern reichlich Raum und damit den erforderlichen Abstand, um der Veranstaltung bei herrlichem Sommerwetter beizuwohnen.

Herzlich willkommen: Rund 60 Bürgerinnen und Bürger begrüßte Ortsbürgermeister Michael Weßler (im Hintergrund am Rednerpult) auf dem Femlindeplatz zur Burstie 2020.Herzlich willkommen: Rund 60 Bürgerinnen und Bürger begrüßte Ortsbürgermeister Michael Weßler (im Hintergrund am Rednerpult) auf dem Femlindeplatz zur Burstie 2020.© Stadt Melle„Die Gesmolder Burstie an der der Femlinde ist  ein fester und wichtiger Termin im städtischen Veranstaltungskalender. Ich freue mich, dass ich dazu eingeladen bin und Ihnen in diesem Jahr die Grüße und guten Wünsche vom Rat und der Verwaltung der Stadt Melle überbringen darf“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Tiemann, die den Anwesenden auch die Grüße von Bürgermeister Reinhard Scholz übermittelte. Trotz der Corona-Krise, so die Rednerin weiter, hätten die städtischen Gremien ihre wichtigsten Sitzungen weiter durchgeführt, allerdings unter Einhaltung der mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen. Die Politikerin wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die nächste Ratssitzung am 15. Juli 2020 stattfinden werde – mit den Auswirkungen der Corona-Krise als großes Thema. Eingearbeitet in den Nachtragshaushalt, der dann vom Rat behandelt werde, sei der Rückgang der Gewerbesteuer, die sich aufgrund der Pandemie voraussichtlich von 31,16 auf 22,7 Millionen Euro reduzieren werde. Eine ähnliche Entwicklung zeichne sich bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer ab. Hier werde der Rückgang nach aktuellem Sachstand rund zwei Millionen Euro betragen. Die Folge: „Investitionen, die in 2020 geplant waren, müssen auf die nächsten Jahre geschoben werden“, so die stellvertretende Bürgermeisterin. Angesichts der Corona-Krise dankte Christina Tiemann abschließend allen denjenigen, „die während dieser schweren und unsicheren Zeit weiter für uns da waren“.

Ortsbürgermeister Michael Weßler ging in seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht unter anderem auf die neuen Baugebiete „Auf der Plecke“ und „Wievenkamp“ ein. „Hier schaffen wir für mehr als 100 Bauwillige die Möglichkeit, den Traum vom eigenen Heim zu erfüllen“, unterstrich der Redner. Die Wohnungsbau Grönegau und das Stephanswerk setzten alles daran, „dass wir mit den nötigen Planungsschritten bis Mitte 2021 die Baureife erlangen können“. Für das Gelände im Bereich der früheren Gaststätte Seling werde derzeit ein Bebauungsplan entwickelt, der es ermöglichen solle, „einen Neubau des Feuerwehrhauses im Jahr 2021 zu gewährleisten“.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen widmete sich der Politiker Themen wie der Flurbereinigung, dem Hochwasserschutz und dem Netzausbau für das sogenannte „schnelle Internet“ ein, der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen auf einem guten Weg befinden. Zu den Baumfällarbeiten am Loh merkte Michael Weßler an: „Ich darf allen sagen, dass diese Maßnahme richtig und wichtig war, um den Loh für die Zukunft zu erhalten.“

Nicht unerwähnt ließ der Redner auch die Renovierungsarbeiten, die in jüngerer Vergangenheit im Schulgebäude durchgeführt wurden. Weitere Maßnahmen zur Gebäudeverbesserung seien geplant und sollten nach und nach umgesetzt werden.

Im Folgenden wies Weßler darauf hin, dass der Kindergarten Sancta Maria zu 100 Prozent ausgelastet sei. „Den Mehrbedarf an Krippenplätzen werden wir mit der Aktivierung des früheren Schwalbennestes – der Stella Maris – realisieren. Die katholische Kirchengemeinde Gesmold stehe als Trägerin der Einrichtung zur Verfügung. Die notwendigen Umbauarbeiten im Gebäude seien abgeschlossen. Die Außenanlagen müssten noch hergerichtet werden, und der Betrieb solle im August dieses Jahres beginnen.

Abschließend würdigte Michael Weßler das örtliche Vereinswesen, das trotz der Corona-Pandemie einiges auf den Weg gebracht habe. „Ein großes Engagement gab es angesichts der Krise hier in Gesmold, als sich der Heimatverein und die Kirche dafür stark machten, Schutzmasken für die Bevölkerung zu nähen“, berichtete der Ortsbürgermeister. Für ihn stand fest: „In diesem Jahr wurde wieder einmal deutlich, wie wichtig das Vereinsleben in unserem Stadtteil ist. Möge uns diese Pandemie stärken für die Zukunft.“

Im Namen der Pfarreiengemeinschaft Wellingholzhausen/Gesmold richtete Gemeindereferentin Sarah Twyrdy ein Grußwort an die Anwesenden, um anschließend aus der Hand von Michael Weßler ein Brot und eine Kerze entgegenzunehmen. „Als Zeichen der Verbundenheit zwischen der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde“, wie der Ortsbürgermeister feststellte.

Einen der Höhepunkte im Programm der Burstie bildete die Versteigerung der Fischrechte an Else und Uhle. Als wortgewandter Auktionator fungierte dabei Michael Weßler, der den Bietern mit launigen Worten „das Blaue vom Himmel“ versprach – darunter „armdicke“ Aale und schwergewichtige Rotfedern. Kein Wunder, dass  bei diesen Aussichten auf eine reichhaltige Fischernte die Zahl der Interessenten groß ausfiel. So ging das Teilstück der Uhle zwischen der Brücke Moorkämen und der Einmündung in die Else an Klaus-Otto Sternberg. Das erste Teilstück der Alten Else von der Entstehung bis zur Brücke Westerhausener Straße sicherte sich Mathias Otto, während Bernd Meyer das zweite Teilstück der Alten Else zwischen der Brücke Westerhausener Straße und der Schlossallee ersteigerte. Und den Zuschlag für das dritte Teilstück der Alten Else, das sich zwischen der Schlossallee und der Einmündung in die Else befindet, erhielt Heinz-Josef Kellersmann.

Traditionsgemäß nutzte Ortsbürgermeister Michael Weßler die Gemeindeversammlung, um die ältesten Veranstaltungsteilnehmer mit „Hochprozentigem“ zu beschenken. So konnten dieses Mal Heinrich Schröder (88), August Niemöller (83), Pastor Wolfgang Böder (81), Willi Dieme (72) und Gisela Raude (71) jeweils ein Fläschchen mit Kräuterlikör aus der Hand des Politikers entgegennehmen.

Meldung vom 30.06.2020